Nach einer relativ anstrengenden 24-stündigen Fahrt mit dem Ghan sind wir nun in Darwin. Dies ist gleichzeitig das letzte Ziel unserer Reise durch Australien. Na gut, abgesehen von einem Zwischenstop in Singapur auf dem Rückflug. Darwin empfing uns mit wahnsinnig tollem Wetter. 18 Uhr waren noch 30 °C. Die Luftfeuchtigkeit hielt sich in Grenzen. Der Bahnhof Darwins befand sich etwa 25 km außerhalb der Stadt, was uns dazu zwang mit einem teuren Shuttle Bus in die Stadt zu fahren. Die Stadt ist recht übersichtlich und zählt ca. 80.000 Einwohner. Sie ist gleichzeitig Hauptstadt des Northern Territory. Durch die kurze Entfernung zu Asien ist die Stadt sehr multikulturell geprägt. Wir verbrachten unsere ersten beiden Nächte in einem Hostel, indem es uns aber nicht sonderlich gut gefiel. Grund dafür war eine ruppige deutschsprachige Empfangsdame und komische Regeln der Hostels. Für alles musste man einen Pfand zahlen und die Küche war leer. Man konnte sich im Tausch mit dem Zimmerschlüssel einen Kochtopf holen und Geschirr ausleihen. Das war uns dann zu affig. Dafür war der Pool echt gut und den genossen wir auch ausgiebig. Am dritten Tag ließen wir uns früh zum Camper Vermieter fahren, da wir wieder einmal einen Campervan gemietet hatten. Also Auto abgeholt, Dinge zum Essen und so für die nächsten vier Tage eingekauft und ab ging die Fahrt in den Litchfield Nationalpark. Der Nationalpark befindet sich unweit von Darwin (nur ca. 100 km) entfernt und ist für seine Wasserfälle mit Badestellen bekannt. Zuerst kamen wir aber an ein Gebiet mit riesigen Termitenhügeln. Der Name war Magnetic Termites, da die Hügel exakt in Nord-Süd-Ausrichtung gebaut sind.
Dann ging es weiter zum ersten Wasserfall, den Florence Falls. Am Fuße der Fälle befand sich ein Wasserbasin, indem wir ausgiebig badeten. Da lebten sogar Catfische drin. Keine Ahnung, wie die da mal hinkamen. Dann ging es weiter zu den Buley Rockholes. Das waren treppenartig abfallende Wasserfälle, die ebenfalls Basins in den Stein gewaschen hatten, in denen man prima baden und relaxen konnte 🙂 Und das Beste ist, man muss keine Krokodile fürchten. Das ist in der Gegend nicht selbstverständlich. Um Darwin und speziell im Kakadu Nationalpark wimmelt es nur so von Krokodilen. Davon konnte wir uns später selbst überzeugen. Wir besuchten noch die Tolmer Falls und die Wangi Falls. An dem Wangi Falls war aber Baden aufgrund von Krokodilen untersagt. Und bekanntlich machen ja Touristen gerade die verbotenen Sachen sehr gern, aber dort war niemand im Wasser, Schisser…;-)
Sabrina sah dort im Wasser eine Wasserschlange, die etwa einen Meter von uns entfernt schwamm. Das ist nicht leicht die im Wasser auszumachen. Nachdem wir dann die Hauptsehenswürdigkeiten abgegrast hatten, entschlossen wir uns Richtung Kakadu Nationalpark weiter zu fahren. Der NP ist für seine Artenvielfalt von Vögeln, zahlreichen Aborigines Zeichnungen, Wasserfällen und Salzwasser-Krokodilen bekannt. Einige Fels-Zeichnungen sind um die 20.000 Jahre alt. Am nächsten Tag fuhren wir von unserem Campingplatz zu den ersten Felsmalereien. Achja eigentlich ist der Kakadu NP Terrain für 4WD Fahrzeuge, da die schönsten Wasserfälle (Jim Jim Falls, Twin Falls) nur damit zu erreichen sind. Aufgrund der ausgedehnten Regensaison in diesem Jahr, waren aber viele Straßen noch gesperrt. Die Zeichnungen und deren Geschichten waren sehr beeindruckend. Einige waren richtig gut erhalten. Die Ranger machen da Silikonkanten ringsherum, um Wasser fern zu halten, was den Verwitterungsprozess verlangsamen soll.
Für die Nacht hieß es dann ein Nachlager mit Fernseher zu finden. Richtig, wegen der Fußball-WM (Deutschland-Serbien). Dies gestaltete sich aber in dem NP etwas schwierig. Wir klapperten eine Lokalität in Jabiru nach der anderen ab. Entweder waren sie ausgebucht, hatten kein TV oder zeigten das Spiel nicht. Also letzte Idee, Holiday Inn. Also ich (Matthi) rein und gefragt. Es war ein sehr schickes 5* Hotel, das in der Form eines Krokodiles (aus der Luft) gebaut war. Die Leute da gaben ihr Ok. Also am Abend in Schale geschmissen und für 90 Minuten im Holiday Inn eingecheckt. Wir waren sogar 4 Deutsche. Das war wohl das Public Viewing mit den wenigsten Zuschauern 🙂 und dann auch noch verloren.
Am nächsten Tag ging es dann weiter im Nationalpark. Vom Ranger erfuhren wir, dass die Krokodile die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Tages nutzen um sich “aufzuladen”. Also fuhren wir zur Cahills Crossing, einer Stelle wo man mit dem Auto durch den Fluss fahren kann und hielten Ausschau nach Krokos. Es waren aber keine zu sehen. Sicher waren welche im Wasser, aber wir gingen nicht all zu nah ran. Wir sollten aber später noch welche sehen. Wir besuchten noch einen weiteren geschichtsträchtigen Ort der Aborigines, Ubirr. Wir bestiegen einen Felsen und schauten uns weitere Zeichnungen an. Dann fuhren wir weiter zu den Wetlands, da dort besonders viele Vögel zu beobachten sein sollten. Aber wir konnten nicht all zu viele sehen. Wir machten dort noch ein Picknick und fuhren dann weiter Richtung Nachlager. Dieses entpuppte sich als Mückenhölle. Wir hätten es wissen müssen. Es lag schließlich in den Wetlands. Nach dem Essen (17:30) verzogen wir uns in unser rollendes Zuhause. Lustig war, dass alle Camper ringsum den ganzen Abend damit beschäftigt waren die Mücken in ihren Caravans zu töten. Wir hörten es ständig an die Wände schlagen und Schimpfen.
Um dann doch noch Krokodile zu sehen, machten wir am nächsten Morgen eine Tour auf dem Fluss. Wir fuhren keine drei Minuten, da tauchte das erste Kroko auf. Von der Tour-Tante erfuhren wir, dass in dem Flussabschnitt ca. 6000 Salzwasserkrokodile lebten. Uppsi…
Die Größen der Krokodile variierten zwischen 0,3 und 6 m. Echt krass ein 6 m Krokodil in Action zu sehen. Wir lockten die immer wieder mit Fleisch an und versuchten sie aus dem Wasser nach oben schnellen zu sehen. Die sehen sehr faul aus, aber können verdammt schnell umschlagen und zuschnappen. Die Frau erzählte weiter, dass den Bauern ringsum jährlich dutzende Rinder abhanden kommen. Ratet mal wo die sind. Den Krokodilen haben sie jedenfalls geschmeckt ;-). Es war echt beeindruckend sie in freier Wildbahn schwimmen und faul in der Sonne liegen zu sehen. Die Warnschilder können wir jedenfalls nachvollziehen. Zum Ende der Fahrt wurden noch Greifvögel angelockt, die die Fleischbrocken in der Luft mit ihren Krallen fingen und in der Luft während des Fluges fraßen.
Nach 4 Tagen Nationalpark mussten wir unseren Van dann wieder abgeben und checkten für die letzten 5 Tage wieder in einem Hostel ein. Dieses war viel gemütlicher mit Pool und voll ausgestattet. Wir trafen noch richtig coole Leute und relaxten die letzten Tage bei täglich 33°C. Einen Abstecher in den Botanischen Garten, das Northern Territory Museum und dem Mindil Beach Sunset Market machten wir noch. Am Samstag früh um 2:00 Uhr ging es dann mit dem Flugzeug nach Brisbane. Der Flug war echt sch…..So müssen sich Sardinen in einer Dose fühlen. Zum Glück waren wir nur 3,5 Stunden in der Luft und der Flug war ruhig. Auch in Brisbane lassen wir nochmal 5 Tage die Seele baumeln, eh wir am 02.07. nach Singapur fliegen.