Uluru, Kata Tjuta, Kings Canyon und der Schlüpferbaum

Nachdem wir nun unser großes Relocation-Wohnmobil abgegeben hatten, checkten wir gleich die Angebote für einen kleineren Campervan, den wir brauchten, um die roten Berge im Zentrum zu erkunden.
Aber erst einmal kurz unsere ersten Eindrücke von Alice Springs. Nach sieben Tagen Fahrt durch die Einöde waren wir nach unserer Ankunft in Alice Springs ein wenig geschockt. Der Anteil an Aborigines war sehr hoch. Sie hängen an allen Ecken in der Stadt rum, sind verwahrlost und trinken ziemlich viel. Dementsprechend riechen sie auch. Es wird den Touristen auch geraten sich nicht in der Dunkelheit auf der Straße zu bewegen. In den Zeitungen lasen wir auch täglich von Überfällen und kriminellen Aktivitäten. Ansonsten hat Alice Springs alle Annehmlichkeiten, die man braucht und uns ist nichts negatives widerfahren. Wir sind während das Aufenthalts hier in einem Hostel untergekommen, indem wir sogar einen Fernseher im Zimmer hatten. Das war diesmal aufgrund der Fußball-WM Bedingung. Und so konnten wir auch Montag früh um 4 (!!) das Spiel Deutschland gegen Australien schauen.

Einen Campervan fanden wir auch. Wir hatten ihn vier Tage zur Verfügung und wollten soviel wie möglich damit erleben.
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Also holten wir den Van gleich früh um 8 vom Depot des Vermieters ab und los ging die Fahrt Richtung Uluru. Aber nicht dass ihr denkt, man kann mal schnell von Alice Springs zum Uluru fahren. Die Strecke beträgt ca. 470 km und dauerte somit ca. fünf Stunden. Uluru ist der Name des roten Berges in der Sprache der Aborigines, besser bekannt ist der Berg unter dem Namen Ayers Rock. Auf der Fahrt dorthin gab es auch keine weiteren Highlights. Wir fuhren und fuhren und fuhren… und nix außer rotem Sand und Spinifex-Gras säumte den Weg. Gegen 15 Uhr kamen wir in Yulara, dem Resort am Uluru an. Nach dem Check-In auf dem Caravanpark, machten wir uns auf den Weg zum ca. 20 km entfernten Uluru, den man schon von einiger Entfernung erkennen konnte. Es ist schon beeindruckend, wie der rote Berg aus dem Nichts auftaucht. Wir suchten uns gleich einen Platz auf dem Sunset Parkplatz, wo sich schon zahlreiche Touristen für den Sonnenuntergang mit ihren Kameras positioniert hatten. Den Vogel schoss eine Gruppe asiatischer Jugendlicher ab, die sich unbedingt vor uns positionierten. Ihr wisst ja wie die so im Rudel sind. Laut, Fotos in allen Posen, egal ob Oberkörper frei, mit Peace-Zeichen oder auf den Absperrpfosten stehend. Aber ihr kennt ja auch Sabrina. Sie bereite dem ganzen Spuk ein schnelles Ende, indem sie sich einfach ins Bild stellte und die Karawane daraufhin weiter zog. Dann ging die Sonne mehr und mehr unter und der Berg änderte im Minutentakt seine Farbe von braun bis knallrot leuchtend. Es war ein tolles und eindrucksvolles Spektakel.

erst so dann so dann so nun so dann so und kurz vorm Schluß so

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder 7:00 zum Berg um den Sonnenaufgang zu sehen. Der war ebenso schön, aber nicht so spektakulär wie der Untergang. Danach sahen wir uns ein paar Punkte am Berg an, die den Aborigines heilig sind. Das Problem ist aber, dass man diese heiligen Stätten nicht fotografieren darf. Die Strafen dafür belaufen sich auf $5000. Besser weg kommt man, wenn man mit dem Gleitschirm auf dem Berg startet oder landet (nur $2500), ziemlich bekloppt, oder? War ein recht interessanter Strafen Katalog. Achja und bestiegen haben wir ihn auch nicht. Dies ist von den Eigentümern des Berges, den Aborigines, nicht erwünscht und dies respektierten wir.

und auch mit uns :-) Zeichnungen am Felsen "Die Respektlosen" Rückblick

Danach fuhren wir weiter zum ca. 40 km entfernten Kata Tjuta oder besser bekannt als die Olgas. Kata Tjuta bedeutet “viele Köpfe”. Dort entschlossen wir uns für den 7,7 km langen Valley of the Winds Walk, um und zwischen den Bergen entlang. Es war einfach toll ohne Menschen, nur die Berge, der Wind, die Vögel und wir.

die Olgas mal sachte, mal steil die Belohnung: ein Lookout Spiegel

Nach 2,5 Stunden waren wir fertig und machten uns auf den Weg zum 400 km entfernten Kings Canyon. Das ist der höchsten Canyon in Australien.  Da es aber während der Fahrt bereits dunkel wurde fuhren wir einen Rastplatz mitten im Nichts an und übernachteten dort mit zahlreichen anderen Campern. Wir wurden auch gleich wieder zum Lagerfeuer eingeladen und wurden über unsere Leben ausgefragt. Am Morgen fuhren wir früh zum Canyon. Auch da machten wir einen 2,5 stündigen Walk (6 km) entlang des Canyon Randes. Auch das war ein tolles Erlebnis. Die Schlucht war ziemlich tief und mir (Matthi) war beim Runterschauen nicht so wohl.

mächtignur einen Meter vorm Abgrund gewaltig
Da die Entfernungen hier so weit sind und wir den Van am folgenden Tag abgeben mussten, entschlossen wir uns noch in die West Mac Donnells Ranges zu fahren. Die Ranges sind eine Bergkette westlich von Alice Springs mit zahlreichen Schluchten und Wandermöglichkeiten. Immerhin 500 km Strecke lagen jetzt noch vor uns. Hätten wir einen 4WD-Wagen gehabt wären es nur ca. 200 km gewesen 🙁 Also kleiner Umweg vorbei am Schlüpferbaum.

Der Schlüpferbaum
Ja hier gibt es immer mal Bäume, die mit allerhand Sachen (Reifen, Bierdosen, BH’s) geschmückt wurden. So u.a. einen Schlüpferbaum und da konnten wir uns ein Foto nicht verkneifen. Buchsen zum Entsorgen hatten wir jedoch nicht ;-). Wir erreichten den Nationalpark erst nach Sonnenuntergang, suchten uns einen Rastplatz und gingen ins Bett. Am nächsten Morgen machten wir uns wieder früh auf die Socken zu einem weiteren Walk (3 km) und erkundeten noch eine Schlucht. In den vergangenen drei Tagen sind wir ca. 20 km gewandert, um das Triple-Pack (Gruß an Hoschi :-)) wieder zu schmälern. Am Nachmittag brachten wir dann noch den Campervan zurück. Da der Vermieter gerade ein Angebot hatte, buchten wir einen ähnlichen Camper für Darwin und Umgebung. Irgendwie muss es ja ohne Stanley weitergehen und ohne Auto sieht man hier nicht viel.

Wir blieben noch eine Nacht im Hostel in Alice Springs, bevor es jetzt mit dem Ghan 1140 km nach Darwin geht. Wir sitzen gerade im Ghan, haben nun 24 Stunden Zugfahrt vor uns und können uns Gedanken über unsere Aktivitäten in und um Darwin machen. Der Zug wird von zwei jeweils 4000 PS starken Dieselloks gezogen. Er ist 710 m lang und wiegt ca. 1300 Tonnen. In zwei Stunden werden wir Darwin erreichen.

Bis dahin verabschieden wir uns und melden uns später von unserer letzten Etappe. 🙂Eine Fahrt mit dem legendären Ghan

1 comment to Uluru, Kata Tjuta, Kings Canyon und der Schlüpferbaum

  • Renate Heil

    Hallo, meine lieben beiden ehemaligen Obermieter, ich freue mich mit euch über die tollen Erlebnisse. Das sind Bereicherungen fürs Leben und wenn ihr mal so alt wie ich bin, werdet ihr genüsslich daran denken. Einfach gtoll, wie ihr das ZUSAMMEN so meistert. Über den Schlüpferbaum habe ich herzlich gelacht. Nun wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, wann es die in Deutschland auch gibt. Der Baum am Kreuz, direkt auf der Gabelung war zuletzt ein Regenschirmbaum. Nun hat man ihm die Äste gestutzt, musste wohl mal sein. Bei mir stehen die ersten Kisten in der Wohnung herum. Die Katzen kommen aus dem Staunen nicht heraus. Am 20.7. ist dann das Kapitel Meusdorfer Str. vorbei. Ich wünsche Ihnen noch eine wundervolle australische Zeit. Liebe Grüße Ihre R.Heil:-)