Jetzt ging es endlich los die Westküste nach oben, weg aus der Zivilisation und weg von der Großstadt Perth. Unser erster Anlaufpunkt waren die Pinnacles im Nambung Nationalpark. Da ist ein 4 km langer Rundweg durch die Pinnacle Desert angelegt, den wir mit dem Auto durchfuhren. Bei den Pinnacles handelt es sich um Kalksteinsäulen in unterschiedlichen Formationen und Größen. Es war sehr beeindruckend da hindurch zu fahren. Wirklich jede Säule sah anders aus, die größten waren 5 m hoch.
Nachdem wir mit dem Rundweg durch waren, sind wir nach Cervantes gefahren, wo wir auf einem Campingplatz unser nächtliches Lager aufschlugen. Unser Zeltplatz lag direkt am Strand. Neben uns campierte eine australische Familie, die erst mit uns einen kurzen Plausch hielt und die uns netter Weise auf die riesigen aggressiven Ameisen aufmerksam machten und unser Zelt mit einem Spray gegen diese einsprühten. Es waren Bull Ants (Bullenameisen), die 2 cm lang waren und große Beißwerkzeuge hatten. Sie sind sehr aggressiv gegenüber Angreifern (Angreifer sind auch wir Menschen, die einfach nur stehen oder laufen…) und beißen zu, was ziemlich starke Schmerzen verursachen soll. Wir wurden glücklicherweise nicht gebissen. Am Abend waren wir noch kurz am Strand und sahen in der Ferne erste Delfine schwimmen. 🙂 Es sollten nicht die einzigen auf unserer Reise bleiben. Dann haben wir uns an das erste Barbecue (BBQ) gewagt an einem öffentlichem BBQ-Platz, die es hier überall gibt. Es gab feines Rindersteak, was hier echt nicht teuer ist :-).
Am nächsten Tag fuhren wir ca. 300 km weiter nach Geraldton. Sabrina konnte sich jetzt auch von dem tollen Fahrgefühl eines Automatikfahrzeugs überzeugen und es klappt gleich richtig gut. Die Stadt hat 20.000 Einwohner, aber hier ist alles sehr übersichtlich und relativ unspektakulär. Wir blieben dennoch zwei Tage auf dem Campingplatz und schauten uns die Stadt an. Ach ja baden waren wir auch wieder, denn es sind ja so um die 35 bis 40 Grad hier 🙂
Unser nächstes Ziel war die Stadt Kalbarri, mit gleichnamigen Nationalpark. Auf dem Weg da hin kamen wir an einem See vorbei, der pink schimmerte. Wir hatten schon durch Erzählungen davon gehört, aber glauben will man das am Ende ja doch nicht.![]()
Dies kommt durch eine Algenart zustande, die Beta Karotin absondert und die Salzkristalle im Wasser pink färbt. Sah ziemlich unwirklich aus und roch auch bissel nach faulen Eiern. Am Ende des Sees befand sich noch eine Fabrik, in der gleich Beta Karotin für die Lebensmittelindustrie gewonnen wird… hm lecker…
Als zweiten Abstecher auf der Fahrt nach Kalbarri nahmen wir die Hutt River Provinz, dem zweit größten und unabhängigen Staat auf dem Kontinent Australien, in Angriff. Nach einer nicht enden wollenden ca. 30 km langen Fahrt auf einer dirt road (rote Dreckstraße mit heftigen Querrillen bzw. corrugations) kamen wir erst einmal erleichtert in der Hutt River Provinz an. Auf der “Straße” kam uns nicht ein einziges Auto entgegen und dort waren ca. 40°C. Dort liegen zu bleiben, wäre eine scheiß Idee gewesen. Bei der Provinz handelt es sich tatsächlich um ein eigenständiges anerkanntes Land (Anerkennung 21.04.1970), das aus einer Post, einer Kapelle und einem Museum besteht, durch das wir höchstpersönlich von Prinz Leonard of Hutt geführt wurden. Der Monarch war ca. 80-90 Jahre alt und redete ein krasses Aussie-Englisch. Dann wurden noch unsere Einreisepapiere gestempelt, inkl. der Begutachtung unsere Pässe wie beim Zoll. Der Herr Prinz Leonard wurde dann von seiner ebenfalls so alten Frau Gemahlin zum Lunch (Mittag) geholt und wir schauten uns allein noch in der Kapelle um. Dann ging es weiter nach Kalbarri, wieder eine 30 km lange dirt road mit “rüttel rüttel rüttel” … aber das sollte nicht die letzte Rüttelei gewesen sein. 🙁
Nun endlich in Kalbarri angekommen bezogen wir den Campingplatz, der wieder direkt am Strand lag. Kalbarri ist mit seinen ca. 2000 Einwohnern eine große Stadt im australischen Westen. Die Stadt war mal eine kleine Feriensiedlung, doch irgendwie kamen immer mehr und mehr Touristen. Das liegt wohl sicher auch daran, dass die Stadt nicht am offenen Meer, sondern an der Flussmündung des Murchison River liegt und man direkt am Strand gut baden und angeln kann. Für die mutigen Kite-Surfer ist das offene Meer auch nicht weit weg und diese können sich dort an den hohen Wellen erfreuen. Auf dem Foto könnt ihr sehen, wie übersichtlich es hier ist.
Dass man hier gut angeln gehen kann, war ein Grund für den Matthi, die im Auto mitgekaufte Angelausrüstung zu sichten und gleich zu testen. Er staunte nicht schlecht, was da für Köder und Haken drinne waren. Die sind in Deutschland gar nicht erlaubt… Kurz nach unserem Abendbrot sind wir dann auch mit an den Strand und gesellten uns zu anderen Anglern. Doch da wir keinen Fisch-Köder hatten (eingeweichtes Toastbrot zieht hier nichts an), gingen wir ohne den großen Fang wieder nach Hause.
Am nächsten Morgen standen wir pünktlich 8:45 am Strand, um bei der legendären örtlichen Pelikanfütterung dabei zu sein. Vor vielen vielen Jahren fing das mal an, wilde Tiere hier zu füttern, und nun gehören sie einfach mit zur Stadt. Es war natürlich ne richtige Touristenveranstaltung mit Erklärungen, Bitten um Spenden (natürlich wurde dafür die Tochter mit Blechbüchse herumgeschickt) und kleinen Fischen für die Zuschauer zum Verfüttern. Der Matthi hat auch füttern dürfen 🙂 und sonst nur die kleinen Kinder 😀
Nach diesem Spektakel fuhren wir in den Kalbarri National Park, der nur 10 km entfernt lag. Dort erwartete uns ein grandioser Ausblick über Schluchten und Klippen, was wir uns eigentlich gar nicht vorstellen konnten, da nur kleine Büsche und Sträucher vom Straßenrand bis zum Horizont zu sehen waren. Außerdem warteten unzählige Tiere und nicht-mehr-blühende Wildblumen (es ist Hochsommer und alles ist trocken oder vertrocknet) auf uns.
Den Eingang in den Park fanden wir prima und laut Lonely Planet waren es weitere 20 km auf einer unbefestigten Straße. Alter Falter, was war das. Falsche Straße für unser Auto oder falsches Auto für diese Straße? Da wir keinen Achsenbruch erleiden wollten, zogen wir es vor im Schneckentempo < 20km/h die kommenden 60 km (Hin und Zurück) zu fahren. Wir dachten nur, wehe, wenn sich die Aussicht dann nicht lohnt… aber sie tat es 🙂 Ausgestattet mit Wanderboots, Sonnencreme auf der Haut, Hut, genug Wasser in den Rucksäcken und Tatendrang, stiegen wir aus dem Auto und bing! standen 45°C direkt um uns rum, ohne Wind, weil wir ja weit weg von der Küste waren.
Der erste Punkt war der Loop und das Nature’s Window, einem natürlichen Felsbogen, der den ausgetrockneten Fluss (Murchison River) “einrahmt”, wenn man hindurch guckt.
Danach ging es weiter Z-Bend. Dort fällt die Schlucht 150 m auf den Fluss hinab.
Achja, ein “wildes” Tier sahen wir dann doch noch… in der Picknick-Zone rannte einen Lizard (Echse) herum. Und Matthias hatte auf der Bush-Toilette noch eine kleine Bekanntschaft mit einer Spinne.
Hallo ihr zwei,
der Westen Australines klingt ja sehr spannend. Schnorcheln und Sonnenbrand gehören nunmal echt zusammen (zumindest in Australien), aber das habt ihr ja jetzt auch am eigenen Leib spüren dürfen 😉
Viel Spaß im Südwesten Australien!
Ganz viele liebe Grüße,
Isa.
;-(…ich will auch…ihr seit so gemein 😉