Nach 6 Wochen Trauben pflücken, ging es letztes Woche wieder auf die Piste. An unserem letzten “Arbeitstag” gab es dann noch ein riesen BBQ mit allen, die in der Erntesaison mitgemacht haben. Es wurde viel gegessen, Fußball gespielt, getanzt und viiieeelll Wein getrunken. Nach einigen Wochen harter Arbeit bei einem Premium-Weingut, können wir uns der Meinung unseres Chefs anschließen, der uns zu Beginn sagte: “Life is too short to drink cheap wine”. Denn irgendwie schmeckt man dann doch gewisse Unterschiede heraus und man bekommt keinen dicken Brummschädel am nächsten Tag ;-).
In unserer letzten Nacht auf dem Weinfeld wurden wir mit einem Knistern und Rascheln geweckt. Eigentlich war das nichts neues, denn entweder war mal ein Possum auf dem Dach oder mal ne Ratte in der Nähe unserer Radkasten und versuchte durch Kratzen ins Innere des Autos zu kommen – das hatte auch ordentlich Krach gemacht in der Nacht. Jedenfalls haben wir Besuch von einer kleinen, eigentlich süßen Maus gemacht. Alle anderen Picker wohnten auch schon mit einer zusammen im Auto oder im Zelt. Nur bei uns war sie noch nicht drin. Was also könnte eine Maus im Auto zu fressen finden, wenn doch alles Essbare im Zelt ist, was die 6 Wochen als unser Vorratsraum diente? Die Lösung: Das untere Innenleben unsere Sitze, meine Pille (sie hat eine angefressen, ich hab schon Angst gehabt, sie könnte vielleicht mutieren?!?! 😉 ) diverse Tüten und Verpackungen und vielleicht ein paar Kekskrümel, die auf den Sitzen waren.
An Schlafen war dann nicht mehr zu denken, weil wir – nachts um zwei – dann lieber gehorcht haben, wo dieses kleine Ding sein könnte. Als ich dann das Klappern und Knistern meiner Pillenpackung gehört habe, schnappte ich mir meine Lampe und knipste das Licht an. So und jetzt die große Frage: Wer war mehr erschrocken vom Anblick des Anderen, hm? Matthias musste laut loslachen, als ich ein lautes UUAAAHHHH rausbrachte… Naja, nach gefühlten 3 Stunden erfolgloser Suche, versuchten wir dann wieder einzuschlafen. Bei Matthi ist es beim dem Versuch geblieben, ich hingegen war gleich wieder weg 🙂
An unserem Tag der Abreise fuhren wir weiter Richtung Adelaide. Das wir die Stadt schon mit ein paar Tagesausflügen gesehen haben, ließen wir sie nun links liegen und fuhren durch die Adelaide Hill wieder direkt an der Küste entlang. Achja wir machten noch einen kleinen Abstecher nach Hahndorf, einer von Deutschen gegründeten Gemeinde. Der ganze Ort war voller Touris und kein Wunder, dass alle Ausländer denken, Deutschland ist Bayern und jeder isst Bratwurst und Sauerkraut. Denn das wurde hier in vielen Gasthäusern angeboten. Es war einfach nur schrecklich dieser Rummel da, sodass wir nur kurz durchfuhren und schnell wieder das Weite suchten.
Die Strände und die Küste waren mal wieder was für die Augen und Seeluft zu riechen ist einfach amazing. Die Nacht verbrachten wir dann in einem kleinen Surferstädtchen namens Robe, direkt an der Straße gegenüber der Touristeninfo und der Bibliothek mit kostenlosem Internet. Das war dann fast wie zuhause, wo wir im Bett liegen und kostenlos ohne Einschränkungen surfen konnten ;-). Da hatte Surfen eine ganz andere Bedeutung…:-)
Am nächsten Tag überschritten wir die Grenze zu unserem dritten Bundesstaat Australiens: Victoria. Hier erwarteten uns mehrere imposante Plätze, die wir unbedingt besichtigen wollten. Ganz oben stand der Grampians National Park, der uns von sehr vielen Einheimischen, aber auch von anderen Touristen empfohlen wurde. Neben wunderschönen Bergen, trafen wir dort auf sehr sehr viele Kängurus. So viele wie dort, haben wir in den vergangenen 3 Monaten noch nirgends in Australien gesehen. In den anderen Regionen, die wir besuchten, sahen wir leider immer nur tote Exemplare, die es nicht schnell genug über die Straße geschafft hatten… Es war großartig, so viele hüpfende und fressende Tiere zu sehen. Doof war nur, dass sie wirklich nicht sehr “helle” sein müssen. Mit 50 km/h oder sogar langsamer, fuhren wir in den Park. Dann sahen sie unser Licht und los ging’s mit dem Hüpfen. Anscheinend sagen sie sich: Hey, da kommt ein Auto, los spring! Manche kennen vielleicht noch das Atari-Spiel, wo ein Hase über ne 10-spurige Straße will… so ist das hier mit den Kängurus ;-). Die erste Nacht verbrachten wir auf einer Camp Area mitten im Wald und machten Bekanntschaft mit einem holländischen Pärchen. Als wir uns zur Ruhe legten hörte ich nach kurzer Zeit ein Quiiiieeeeetsch und schließlich ein Bummmmmm und das nächste Känguru war direkt an der Einfahrt zur Camp Area umgefahren. Die Nacht da war echt krass, es war stockdunkel und die Sterne funkelten am Himmel. Das Sternbild hier ist eckt krass, wenn es richtig dunkel ist.
Nach zwei Tagen wandern, Lookouts und vielen Tieren ging es weiter Richtung Great Ocean Road, eines der größten Touristenattraktionen in Australien. Die Steilküste entlang sahen wir viele beeindruckende Felsformationen, darunter auch London Bridge und die bekannten 12 Apostel, von denen nur noch acht stehen. Am Ende des Tages erreichten wir dann Geelong, etwa 70 km vor Melbourne, wo wir wie Trucker an einer BP Tankstelle unser Nachtlager aufschlugen und am Morgen in der “Tanke” duschen konnten.
Dann ging es nach einem reichhaltigem Frühstück auf dem Rastplatz weiter auf dem Freeway nach Melbourne. Ein Freeway ist wie eine Autobahn in Deutschland, als mit 3 oder manchmal auch mehr Spuren, nur das hier alle relativ langsam fahren (110 km/h), aber der Verkehr läuft gut. Einen Unterschied gibt es aber, hier sind die LKW nicht die langsamsten, sondern oft auf der ganz rechten Spur (das ist hier die schnellste).
Nach kurzer Runde mitten durch Melbourne, aufgrund einer verpassten Ausfahrt, fanden wir dann Ellas und Chrissis Wohnung in Port Melbourne und konnten mal wieder in einem Haus schlafen. Ella hat mit Sabrina beim MDR gearbeitet und Chrissi ist ihre Freundin aus Großbardau, die hier gemeinsam mit mehreren anderen Backpackern leben. Es war ein richtig lustiger Abend mit allen. Wir machten in vorerst zwei Tagen Melbourne unsicher. Auf dem Programm stand erstmal eine große Runde mit einem Free-Touri-Bus, der alle wichtigen Punkte anfuhr und man aufspringen und aussteigen konnte, wo man wollte. Die Stadt hat ca. 4 Mio Einwohner und ist einfach so multikulterell, wie ich es in noch keiner anderen Stadt erlebt und gesehen habe. Und das Wetter war wieder einmal auf unserer Seite, sodass wir beide Tage strahlenden Sonnenschein hatten. Wir besuchten u.a. den Botanischen Garten, den wir aber nochmal ausführlicher besuchen wollen, wenn wir aus Tasmanien zurück sind. Außerdem waren wir am Abend auf dem Eureka-Tower, dem mit ca. 300 m höchsten Gebäude in Melbourne und der südlichen Hemisphäre. In der Nacht hatte die Stadt nochmal einen anderen Reiz. Am Federation Square, mit St. Paul’s Cathedrale war den ganzen Tag die Hölle los. Das ist wohl der belebteste Platz in Melbourne. Vielmehr war an den beiden Tagen nicht zu schaffen, sodass wir ein paar Sachen für die Rückkehr aus Tassi aufheben mussten.
Am Abend des 17.04. ging es dann mit der “Spirit of Tasmania” nach Tasmanien. Wir platzierten Stanley im Bauch der Fähre und machten uns auf Entdeckungstour im Schiff. Wir hatten die billigste Kategorie, sogenannte Ocean Recliner, gebucht. Das sind komfortable Sitze, wie in der Business Klasse im Flugzeug, wo wir auch mit Kissen und Decke ausgestattet wurden. Wir versüßten und den Abend mit Tassi-Bier (Boags) und wollten dann eigentlich in unsere Schlafsessel sinken und pennen. Aber wir hatten die Rechnung ohne die anderen Mitreisenden gemacht. In unserer Sitzreihe war etwa 6 Sitze neben uns ein Mann, der die ganze Zeit volle Hütte geschnarcht hat. Es hatte was von einer STIHL-Kettensäge. Nach mehrmaligen Weckversuchen seiner Frau, gab sie dann schließlich auf und suchte das Weite und wir waren mit dem Schnarchkasper allein. Die Überfahrt dauerte ja nur 11 Std. Sabrina hat sich aus Klopapier Ohropax gebastelt, um wenigstens ein bissel zu schlafen. Ich habe es auf dem Schlafsessel auch nicht mehr ausgehalten, weil ich mit meinen langen Hufen nicht wusste wo hin. Ich habe mich einfach auf den Boden gelegt und wurde ab und zu auf diesem hin und her gerollt, weil die Bass Strait (240 km Meerenge zwischen Festland und Tasmanien) ein ziemlich raues Gewässer ist. Gegen 6 Uhr ertönte dann ein Weckruf des Bordpersonals und das Licht wurde wieder eingeschaltet. Wir genehmigten uns noch ein Heißgetränk an Bord, bevor wir wieder zu Stanley konnten und als erster PKW von Bord rollen konnten. Da sind wir nun in Tasmanien, dem 4. Bundesstaat Australiens auf unserer Reise.
Seid gespannt, denn weitere Berichte werden folgen… 🙂
See ya!
PS: All die, die ein iPhone besitzen, können ab sofort unseren Blog auch damit abrufen und sich über ein angenehmes Layout freuen 🙂
my dear friends,
the countdown is running and i´m so excited =)
expected arrival time: monday 06:05, Kingsford Smith, Terminal 1.
Hey ihr Zwei, habe es seid langer Zeit mal wieder geschafft, mich auf den aktuellen Stand eurer Reise zu bringen und ich muss sagen, ich bin echt beeindruckt von den vielen Känguruhs, besonders das Große, welches sich im Vordergrund des Bildes auf die Wiese lümmelt ;-).
Liebe Grüße Franzi
Hallo, liebe Australienfahrer, vielen Dank für die Weinfeld-Karte. Ich freue mich auf Ihren Besuch. So viele schöne Bilder und Berichte, die ich alle sehr aufmerksam gelesen habe. Genießt die herrliche Welt. Vielleicht begegnet euch der Tasmanische Teufel?! Schon mal was von ihm gehört? Hier in der Meusi ist es laut und voll von Autoabgasen, dass ich die Balkontür schließen muss. Die Katzen sind auch nicht mehr viel draußen. Es brennt in den Augen, Rachen und Nase. Sowas erlebt ihr dort nicht. Genießt es deshalb. Pfingsten wird hier noch mehr los sein. Also herzliche Grüße und viel schöne Tage in der wundervollen Landschaft wünscht R. Heil
Gott, ich bin so neidisch….
während heute das Aprilwetter wieder seine typisch fraulische Seite zeigt, könnt ihr euch kaum retten vor dem gemütlichem austral. Wetter…
Manno will auch das Feeling der Kangoos und nach Melburne… und überhaupt …
Naja, wir grüßen euch ganz lieb und viel Spass in Tasmanien…