Wie wir im letzten Blog angekündigt haben, war die Nile die letzten drei Wochen mit uns unterwegs. Also nach dem Airport erneut bei Julia, Diego und Amalia eingecheckt, kurz gefrühstückt und schon ging es wieder per Fähre von Manly nach Sydney. Danke nochmal für euer Asyl, Julia 🙂 Ich denke zu diesem Zeitpunkt war die Nile schon bettreif. Aber wir zogen das volle Touriprogramm durch, mit Botanischem Garten, Opera, Sightseeing und Sydney-Tower. Der hat übrigens den höchsten Postkasten auf der südlichen Hemisphäre. *Ich lach mich kaputt*. Achja am Nachmittag fuhren wir noch mit der U-Bahn und so zum Bondi Beach, wo Nile dann endgültig am Strand einpennte. Sie nutze alle möglichen Gelegenheiten vorher schon für den so gefährlichen Sekundenschlaf 🙂 Am Abend gab es dann wieder lecker BBQ und Nile konnte endlich zu Bett gehen. Zwölf Stunden hat sie wie ein durchgeschlafen und hat nix ringsherum mitbekommen. Am nächsten Tag ging es erneut in die City und abends gab es bei Julia und Diego ein feines Abschieds-BBQ mit Fisch, den wir vom Fischmarkt mitbrachten.
Tags drauf ging es dann Richtung Norden. Wir machten einen kleinen Abstecher ins Hunter Valley, einer echt netten Weinregion. Gut, mit dem Barossa Valley, wo wir arbeiteten, konnte die nicht mithalten. Wir suchten uns zwei Weingüter aus und machten Weintasting. Getestet, geschmeckt und zwei Flaschen gekauft… Dann ging die Fahrt weiter Richtung Küste und Elizabeth Beach unserem nächsten Nachtlager. Es war schon dunkel als wir eincheckten und der Onkel vom Caravanpark bot uns gleich ne Cabin (eine Art Bungalow) an, wo wir dann auch schliefen.
Am nächsten Morgen zelebrierten wir Nicoles Geburtstag und nach einem kurzem Strandbesuch ging die Reise weiter nach Nambucca Heads. Wir verbrachten den Nachmittag am Strand und die Nacht auf einem Campingplatz. Die ersten Nächte im Zelt waren schon ganz schön kalt, sodass wir uns schon auf wärme Gefilde an der Ostküste freuten. In der Nacht hörte ich (Matti) wie sich Possums über die Reste des vorabendlichen Chicken-BBQ’s hermachten, obwohl wir diese im geschlossenen Mülleimer entsorgten. Die Tüten waren früh auf dem Campingplatz verteilt, hahaha…
Unser nächster Anlaufpunkt war Byron Bay, einem der tollsten Surfer-Städte in Australien. Auf der Fahrt dahin kamen wir an Lennox Heads vorbei, wo wir endlich wieder Surfern beim Wellenreiten zuschauen konnten. Die Surfer wurden sogar von Delfinen begleitet. Wir und zahlreiche andere Traveller schauten dem Wellenreiten von einem tollen Lookout begeistert zu.
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Dann ging es weiter nach Byron Bay. Das ist das Surfer und Backpacker-Mekka Australiens. Ich sage mal: naja. Wir hatten schon wesentlich schönere Ort auf unserer Reise gesehen. Und der Hammer kam noch als die Cabin (Bungalow) für drei Personen auf dem Campingplatz 209 Dollar kosten sollte (150 €) – sonst liegen die Preise um die 60 bis 80 Dollar. Da entschieden wir uns dann doch lieber für das kühlere, “nur” 50 Dollar teure Zelt. Das war der teuerste Campingplatz unserer Reise. Am nächsten Morgen war noch etwas Shopping im Ort angesagt. Dann entdeckten wir eine der vielen Travel Agenturen. Sogleich in eine rein, von der wir schon viel gelesen haben und nach einer Tour für Fraser Island gesucht. Nach einer Stunde intensiver Suche und Beratung kamen dann eine kombinierte Fraser Island (mit nem Allrad-Bus) und eine Segeltour um die Withsunday Islands dabei raus. Vielen Dank liebe Eltern für dieses schöne Weihnachtsgeschenk :-).
Am nächsten Morgen machten wir uns auf dem Weg nach Brisbane, der Hauptstadt von Queensland und gleichzeitig unserem sechsten Bundesstaat. Eigentlich wollten wir einen Stopp in Surfers Paradies machen, aber beim Anblick der Wolkenkratzer entschieden wir uns schnell anders. Das war irgendwie nicht so, was wir uns da vorgestellt hatten – es glich Llorett del Mar oder Rimini… Also nur eine kurze Pinkelpause und weiter ging die Fahrt gen Brisbane. Brisbane war gleich eine Herausforderung für unsere Links-Fahr-Anfängerin Nile. Aber sie hat die 2 Mio. Stadt prima gemeistert, aber das nur dank Supernavigation vom Matthi. Kleiner Scherz… Am Abend sind wir dann noch in die Stadt und haben uns einen kleinen Überblick verschaffen können. Leider mussten wir aufgrund straffer Zeitplanung einen zweiten Tag Brisbane streichen.
Also ging es nach einer weniger angenehmen Nacht bzw. unangenehmen Nachbarn auf dem Campingplatz weiter nach Hervey Bay, dem eigentlichen Ausgangspunkt für Fraser Island. Unsere Zeltnachbarn waren der Meinung sie müssen mitten in der Nacht an IHR Zelt pinkeln, weil die Toiletten etwas weiter als 20 m entfernt waren. Außerdem furzten sie fröhlich und lachten sich darüber kaputt. Und das Gemisch beider Gerüche aus Furz und Harn kam dann auch in unserem Zelt an, hhmmmmm lecker.
In allen möglichen Reiseführern stand als Ausgangspunkt für Fraser Island Hervey Bay drin. Nur leider wurde die Fährverbindung von da eingestellt. Also wurden wir 90 Minuten per 4WD Bus nach Rainbow Beach gefahren. (Die Nacht war deshalb etwas kürzer, aber dafür machten wir auf dem Zeltplatz eine netten Bekanntschaft mit einem schwulen Pärchen. Einen weniger schönen Abend bescherte uns eine Frau, mit Aborigine Abstammung, die ständig um uns rumschwirrte und uns spirituell bekehren wollte und Whitney Houston Lieder sang.) Also ging es dann per Fähre von Rainbow Beach nach Fraser Island. Die Insel ist die größte Sandinsel der Welt. Unsere gebuchte Tour bestand aus 12 Leuten und unserem Guide Neil. Es war eine bunte und lustige Mischung aus 2 Schweden, die sich dort verlobt haben, zwei Franzosen, drei Deutschen (wir), 3 Mädels aus Oxford, eine Asiatin und eine Österreicherin. Unsere Tour ging zwei Tage und eine Nacht, all inclusive. Den ersten Tag fuhren wir den 70 Mile Beach immer am Strand entlang. Wir machten am Eli-Creek halt, einem Süßwasser Bach, der mitten auf der Insel entspringt und ins Meer fließt. Da hatten wir Gelegenheit zum Baden. Matthias hat diese auch gleich genutzt, während wir Mädels etwas fröstelten. Man konnte einen Weg entlang gehen, dann ins Wasser springen und sich mit Strömung Richtung Meer treiben lassen. Nach ausgiebigem Lunch (Mittag) ging es weiter zu einem Schiffswrack, an dem leider das Wetter etwas umschlug. Es begann zu regnen. Also zog es Neil vor, zum Indian Head zu fahren, der nördlichsten Spitze der Insel. Dort regnete es nicht mehr und wir begaben uns auf den Weg hoch zum Lookout. Danach gab es wieder Früchte, Kekse und Kaffee für alle. Auf dem Rückweg wollten wir noch einmal am Schiffwrack Maheno anhalten, aber es regnete jetzt richtig doll, sodass auch die Colored Sands ins Wasser fielen. Das sind farbige Sandformationen in allen möglichen Gelb- und Rottönen, die wir nur vom Jeep aus anschauen konnten. Dann ging es weiter am Strand entlang zu unserem Camp, Dilly Village, in dem wir in gemütlichen Cabins übernachteten.
Doch bevor wir zu Bett gingen, gab es noch ein “Highlight” beim Abendessen. Ein 60-köpfige Schulgruppe (ca. 10-12jährige), die neben unserem großen Tisch, noch drei weitere Tische füllten. Es war schlimmer, als man sich jede Hofpause vorstellen kann. Das die mitreisenden Lehrer und Betreuer da so ruhig bleiben konnten, war uns allen ein Rätsel. Doch auf einmal war Ruhe, und wir wussten nicht warum. Da hat doch einer der Lehrer einfach mal seine Hand hochgehalten und ALLE waren mux-mäuschen still. (Jeder weiss, dass Sabrina da dennoch weiter getuschelt hätte :-D). Die erleichternde Ansage kam dann von ihm: Das Essen ist fertig und wir holen jetzt Tischweise das Essen von der “Theke” ab. Die nächsten 30 Minuten waren dann wieder etwas ruhiger. Nach dem Essen verschwanden dann die Kiddys zu nem “Songcontest”. Die Lehrer hatten sich überlegt, dass sie Schüler Gruppen bilden und dann jeweils Lieder vorsingen müssen, die eine Farbe enthalten. Die drei Mädels aus Oxford, Nicole und ich schauten dem Schauspiel zu. Doch auf einmal kamen die Oxford-Mädels auf die tolle Idee “Team International” zu bilden. So sagen erst die drei ein Englisches Lied und dann Nile und ich ein Deutsches. Doof war nur, dass wir in den Re-Re-Call kamen und noch eins singen mussten. Unsere dt. Playliste bestand aus “Knallrotes Gummiboot” und “Grün ja grün sind alle meine Kleider” … ohne Worte…
Nach einer angenehmen Nacht auf der Insel starteten wir nach guten Frühstück (incl. Kiddys und Lautstärke) ging unsere heutige Tour zum Lake McKenzie, dem größten Süßwassersee auf Fraser Island. Neil sagte uns kurz vorher, dass der Sand dort so fein ist, dass man folgende Dinge machen kann:
- Zähne putzen
- Ganzkörper Peeling
- Schmuck säubern
All dies haben wir getan, nur hat Sabrina das Zähneputzen ausgelassen, der Matthi hat das allerdings probiert… Hat dann dreimal kräftig ausgespült und hatte danach wirklich keinen Sand mehr im Mund. Hm.
Nachdem wir wieder vom Wasser zurück kamen, stand ein vorbereitetes Wrap-Mittagessen vor uns. Neil hatte sich mal wieder echt übertroffen. Kurz nach dem Essen sagte Matthias zur Nile: “Oh ich möchte ungedingt mal so nen “Guana” sehen". Das ist riesiger Waran, den es vermehrt auf der Insel geben sollte. Kurz nachdem er diesen Satz ausgesprochen hatte, drehte er sich um und siehe da! Da kroch einer mit ca. 1,50m Länge (mit Schwanz) an uns vorbei. So schnell war er noch nie verschwunden, um die Kamera zu holen. Sabrina und die Anderen bekamen inzwischen ein paar andere Tiersachen und Buschtucker gezeigt. Dann ging es noch zu einem Regenwald-Walk. Auf Fraser gibt es den einzigen Regenwald der Welt, der auf Sand wächst. Neil meinte zu uns “Flip Flops are fine, there are no snakes and you don’t need repellent, there are no moskitos” – hahahaha kaum im Regenwald angekommen wurden wir bei jedem kleinen Stopp von den kleinen Bistern umzingelt und zerstochen, aber naja wir haben es überlebt. Danach ging es wieder am Strand entlang zu unserer letzten Kaffeepause. Dort konnten wir noch einmal Dingos sehen und die Sonne genießen. Kurz darauf ging es mit der Fähre wieder zurück zum Festland und zurück nach Hervey Bay.
Am nächsten Morgen gab es ein Frühstück am Strand und danach machten wir uns wieder auf die Reise Richtung “Town of 1770”. Das ist der letzte Surferort an der Ostküste, weil weiter nördlich das Great Barrier Reef beginnt und keine Surfwellen mehr die Küste erreichen. Benannt ist der Ort nach dem Jahr (19.04.1770), indem James Cook erstmals seinen Fuß auf das Festland Australiens setzte. Dort haben wir einen kleinen Nationalpark mit Lookout angeschaut und sind nach einer Runde Doppel-Choc-Mud-Muffins nach Agnes Water gefahren. Es war etwas belebter als Town of 1770 und so entschlossen wir uns da zu übernachten. Am Nachmittag packten wir unser Angelzeug und gingen zum Strand. Die Nile wollte es auch ausprobieren und nach einer kurzen Einweisung von Sabrina zappelte der erste Fisch an ihrer Angel. Dabei sollte es aber auch bleiben, nennen wir es mal Anfängerglück :-).
Für den nächsten Tag stand wieder ein längerer Ritt an. Wir fuhren über Rockhampton und Mackay nach Seaforth. Dies war ein Tipp, den wir von anderen Travellern bekamen. Es war eine nette kleine Campinganlage. Am nächsten Morgen erwachten wir (mal wieder) mit lautem Vogelgezwitscher zum Sonnenaufgang und plötzlich waren wir am Auto von unzähligen “Rainbow Lorrikets” umgeben, die Futter erbettelten.
Die nächste Etappe war etwas kürzer, da wir bis 15:00 Uhr unseren Segeltörn um die Whitsundays in Airlie Beach bestätigen mussten und eingecheckt wurden. Also rein ins Büro, jeder eine kleine Einkaufstüte für sein persönliches Gepäck bekommen und paar Instruktionen wann und wo die Tour abging. So waren wir nach ca. vier Minuten da wieder raus.
Die Inseln verdanken ihren Namen ebenfalls James Cook, der zu Pfingsten (Whitsunday) da vorbeisegelte. Und was für ein Zufall, wir waren genau zu Pfingsten auch da, also auf den Spuren von James Cook nur 240 Jahre später.
Am nächsten Morgen ging es dann zur Airlie Beach Marina, wo wir von der Crew in Empfang genommen wurden und an Bord gingen. Bei dem Boot handelte es sich um ein über 30 Jahre altes 2-Master Segelboot. Sie hieß Waltzing Matilda. Der Skipper hieß Dave und war eine richtig coole Sau. Total relaxt und ruhig. Genau wie man sich einen jungen Aussie vorstellt. Das andere Crewmitglied hieß Tyson. Er war sozusagen der Azubi, Küchenbulle und Mädchen für Alles. Die Beiden waren ein sehr sehr gut eingespieltes Team und Alles lief reibungslos. Wir buchten übrigens eine Tour mit nur 14 Personen + Crew. Es war eine lustige Runde, die aus 10 Deutschen, einem Schweizer, einer Kanadierin und einem Pärchen aus Jersey (Britische Insel) bestand. Nach kurzer Einweisung der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen ging es dann für drei Tage aufs Meer. Die Wettervorhersage war auch prächtig mit Sonne, Sonne und nochmals Sonne 🙂 Nach kurzer Fahrt wurden die Segel gesetzt und wir nahmen Kurs auf unseren ersten Schnorchel Spot. Das erste Highlight sollte nicht lange auf sich warten warten, als plötzlich ca. 20 Delfine unser Boot begleiteten, spielten und sprangen. Echt cool :-). Tyson erzählte uns später, dass er bereits fünf Monat an Bord sei und noch nie so lange und so viele Delfine das Boot begleiteten.
Nachdem wir die erste Bucht erreichten wurden wir mit Stingersuits, um uns vor den gefährlichen Quallen schützen zu können, Schnorchelzeug und Schaumstoffnudeln ausgestattet. Dann wurden wir vom kleinen Beiboot (Dinky) zum ersten Riff gebracht und konnten schnorcheln. Es war einfach Wahnsinn, die ganzen Fische schwimmen zu sehen und die Vielfalt der Korallen zu bestaunen. Nachdem alle erschöpft waren wurden wir wieder vom Dinky eingesammelt und konnten uns an Bord des Bootes erstmal entspannen, während wir Kurs auf unser erstes Nachlager nahmen. Es war eine Bucht in der wir den Sonnenuntergang anschauten, den Abend verbrachten und dann auch schliefen. Es war schon eine bissl schauklige Angelegenheit.
Am nächsten Morgen sind wir ganz früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu sehen und schnell weiter zu fahren, da wir zum Whitehaven Beach, dem wohl bekanntesten Strand der Inseln, fahren wollten. Es galt eine Meeresenge zu durchfahren, was zu einem späteren Zeitpunkt, aufgrund der Gezeiten nicht mehr möglich gewesen wäre. Wir wurden also am Whitehaven Beach mit dem Dinky abgesetzt und wanderten zum Lookout. Der Wasserstand war aber noch zu hoch, um das berühmte Postkartenmotiv sehen zu können. Also gingen wir erstmal zum Strand und nach 2 Std. noch einmal zum Lookout. Und siehe da, jetzt konnten auch wir diesen Blick genießen. Dort sahen wir auch unsere erste freilebende Schlange, die sich auf einem Stein sonnte. Achja, auf dem Weg durch den Busch zeigte uns Tyson etwas neues zum Essen – Bushtucker. Diesmal waren es grüne Ameisen, die man auszutschen kann. Matthias war natürlich wieder der Erste, der meinte, das probieren zu müssen. Und wieder das Bild: alle gucken komisch und angeekelt und warten auf seine Antwort: “Hm, schmeckt ein bissl nach Limette.” … Dann ging es wieder zurück aufs Boot, weil es wieder eine Engstelle zu durchfahren galt. Die Whitsundays bestehen aus 74 Inseln und da gibt es viele Sandbänke und flache Stellen, bei denen es zu Problemen kommen kann, wenn man zur falschen Zeit da lang will. An Bord gab es dann wieder fein Mittagessen. Danach fuhren wir unserem zweiten Nachtankerplatz entgegen. Es wurde wieder in einer kleinen Bucht geankert und wir konnten wieder den Sonnenuntergang bei Möhren, Chips und Dips, Bier und Wein genießen. Die Nacht verlief wesentlich ruhiger als die erste, was den Wellengang betraf und am nächsten Morgen konnten wir auch bis 8 Uhr ausschlafen. Nach dem Frühstück fuhren wir zu unserem letzten Schnorchelplatz. Dave und Tyson versprachen uns, dass wir dort große Schildkröten zu sehen bekommen. Also nix wie rein in die Stingersuits und ab ins Dinky. Tyson nahm Kurs auf eine kleine Sandinsel und wir konnten uns 2 Stunden die Zeit mit Relaxen und natürlich Schnorcheln vertreiben. Es war wieder einmal echt der Hammer unter Wasser. Die Stille, wenn man eintaucht ist einfach unbeschreiblich. Hinzu kommt die Vielfalt der Fische und das agile Treiben dieser unter Wasser. Auch die versprochenen Schildkröten konnten wir sehen, wie sie sich entweder an Korallenbänken festsetzten oder im Wasser schwammen. Es war einfach Wahnsinn, Matthias konnte ca. 5 Minuten mit einer etwa 0,8 m Durchmesser großen Schildkröte schwimmen. Sie war genau unter ihm und er folgte ihrem Weg. Sie hatte einfach keine Angst, aber die haben da ja auch nix zu befürchten. Er ist auch ein paar mal nach unten getaucht um noch näher dran zu sein. Er kann es nicht oft genug sagen, …der Hammer 🙂 Er hätte noch Stunden dort bleiben können. Aber jeder schöne Augenblick geht einmal zu Ende und so kam uns Tyson dann auch wieder abholen und wir setzen wieder die Segel Richtung Airlie Beach. An Bord gab ein letztes Mittagessen und wir konnten während der ca. dreistündigen Rückfahrt mit gehissten Segeln noch ausgiebig die Sonne genießen. In Airlie Beach angekommen machten wir noch ein letztes Gruppenfoto und gingen auseinander. Am Abend waren alle noch zu einer After-Sail-Party in eine Bar eingeladen, wo bei ein paar Bier und Wein die Tour endete. Es waren drei unvergessliche Tage mit vielen Erlebnissen, netten Leuten und einer coolen Crew, von denen wir sicherlich noch lange zehren können.
Tags darauf ging es weiter nach Mission Beach. Es war ein relativ verschlafenes Strandörtchen. Doch bei aller Schönheit der Strände bleibt in Nordqueensland immer der bittere Beigeschmack, dass man nicht baden gehen kann, wenn man doch gerade mal Lust hat. Dies liegt zum einen an Krokodilen, die sich auch im Salzwasser aufhalten und zum anderen an den bereits angesprochenen Stingern (Würfelqualle), deren Gift zu Lähmungserscheinungen führt. Die sind zwar recht klein, aber nicht ohne. Besser man begegnet denen nicht im Wasser. Mathias sammelte noch zwei Kokosnüsse am Strand ein und dann fuhren wir nach Bingil Bay. Das war eine kleine Bucht nördlich von Mission Beach, wo wir direkt am Strand unser Zelt aufschlugen. Zum Essen wurde wie bei Robinson Crusoe noch ne Kokosnuss geknackt. Unter dem Rauschen des Meeres schliefen wir dann alle drei ein.
Am Mittwoch ging es dann nach deinem wunderschönen Sonnenaufgang, den wir von unseren Matratzen aus anschauten, nach Cairns. Es blieben nur noch knapp drei Tage Zeit, um mit Nile noch viel zu anzsehen. Also in Cairns angekommen blieb keine Zeit zum Durchatmen. Gleich zum Busbahnhof gefahren und mit dem Bus nach Kapunda Kuranda (geä. nach Hinweis eines treuen Kommentators, danke Klara 🙂 – Kapunda ist ein Ort in Südaustralien, im Barossa Valley ;-)) gefahren. Das ist ein Touri-Örtchen im tropischen Regenwald, “Village in the jungle”. Eigentlich war es ganz nett gelegen, aber leider durch den Touriboom alles auf diese ausgelegt. Souvenirs hier, Cafés da, hier ein Eis und da ein Klamottenladen und überall nur Spittel und Nibbes. Pünktlich gegen 15 Uhr schlossen dann auch die letzten Geschäfte, da der letzte Touristenzug 15:30 Uhr den Bahnhof verlässt. Den haben wir dann auch gebucht und sind vom sehr idyllischen Regenwaldbahnhof durch den Regenwald Richtung Cairns gefahren. Die 1,5-stündige Fahrt ging vorbei an Wasserfällen, Spitzkehren, durch Tunnel und viel Regenwald. Danach sind wir zu unserem Nachlager nach Palm Cove gefahren, was 30 km nördlich von Cairns direkt am Strand lag.
Am Donnerstag sind wir früh los gefahren. Unser Ziel war Cape Tribulation, als einer der nördlichsten Zipfel den man mit einem 2WD erreichen kann. Danach beginnt der Bloomfield Track, wo nix mehr mit Zweiradantrieb geht. Wir fuhren eine sehr malerische Straßen direkt am Meer entlang. Die Strände waren kilometerlang und menschenleer. Ratet mal warum? Richtig, Krokodile und Stinger!! Dann erreichten wir die Fähre über den Daintree River. Die Fahrt mit der Kabelfähre dauerte ca. 4 Minuten und war kein Schnäppchen, aber man muss ja irgendwie da rüber, wenn man nicht gerade ein Amphibienfahrzeug hat. Am anderen Ufer angekommen ging es schnurstracks weiter Richtung Cape Trib. Hier waren die Straßen richtig dunkel, wir mussten fast das Licht anschalten, weil der Regenwald hier so dicht war und die Straße direkt durch ging. In einem angesagten Reiseführer sowie auf den detaillierten Karten der Touri-Info wurde noch eine Daintree Icecream Company beworben. Also nix wie da mal hin dachten wir uns. Empfangen wurden wir mit einen wunderschönen Garten mit vielen Obstbäumen, aus deren Früchten sie ihr Eis herstellten. Dann kam die Ernüchterung: Nicht, dass ihr denkt es gab 20 verschiedene Sorten, nein vier waren es und die Plastikbecher waren schon vorportioniert. Also alles ganz frisch 😉 Ach und ein Schnäppchen war auch das nicht. Egal nicht den Tag vermiesen lassen dachten wir uns und fuhren zum Cape Tribulation. Nach einer kurzen Runde zum Strand und auf dem Lookout, der eigentlich gar keiner war, zogen wir es vor die roten Krabben im Schlamm zu fotografieren. Cape Tribulation ist dafür bekannt, dass der Regenwald direkt bis ans Meer geht, bei uns aber leider Ebbe war und nur Schlamm zu sehen war. Also kurz beraten und dann wieder zurück an einen tollen Strand-Campingplatz in Ellis Beach. Wir wollten der Nile ja noch eine letzte schöne Nacht und einen letzten schönen Sonnenaufgang an der Ostüste bereiten. Unser Zelt stand wieder ca. 10 m vom Strand entfernt. Wir kochten lecker Essen, tranken Wein aus dem Hunter Valley und genossen den letzten Abend zu dritt und Nile konnte ihrem Ritual, dem Southern Cross (Sternbild der südlichen Hemisphäre) gute Nacht zu sagen, ein letztes Mal nachgehen. Am Morgen darauf sind wir 6 Uhr aufgestanden um den Sonnenaufgang anzuschauen. Und der war wieder einmal wunderschön. Nach dem Frühstück ging’s dann zurück nach Cairns. Wir gingen noch bissel in die Stadt und brachten dann Nicole zum Flughafen. Nun ist sie schon wieder zuhause und wir haben unseren letzten Monat angebrochen.
So, das waren unsere letzten drei Wochen, in denen wir von Sydney bis nach Cairns gefahren sind und allerhand erlebt haben. Wir hoffen ihr habt Spaß beim Lesen und wir langweilen euch nicht so sehr.
@Nile: Wir hoffen wir haben dich nicht zu sehr gestresst und konntest deinen Urlaub trotz des straffen Planes genießen.
Der letzte Monat ist nun angebrochen. Das ist nun der erste Monat, den wir spontan erleben wollen bzw. müssen, da eigentlich hier unsere geplante Route zu Ende ist. Aber nicht dass ihr denkt, dass wir uns jetzt langweilen… nee nee. Als erstes muss Stanley verkauft werden. Wir hoffen, dass wir schnell einen Käufer finden, obwohl die es grad in Cairns nicht so doll aussieht. Die Urlaubssaison in Queensland hat angeblich schon angefangen, doch noch ist es hier richtig ruhig. Aber: No worries 😉
Mit diesen Worten verabschieden wir uns und schicken euch ein paar Sonnenstrahlen mit. Die könnt ihr ja gut gebrauchen, ne? 🙂
Achso, ich habe noch was vergessen,
wenn ihr eh im Norden bleibt dann kann ich euch empfehlen nochmal Richtung Cape Trip zu fahren und dort im Crocodylus https://www.crocodyluscapetrib.com/ zu nächtigen. Das ist zwischen Cape Trip und dem Daintree River. Richtig schöne Gegend, wenn man sich Zeit lässt. Da kann man entspannen bis zum abwinken, ohne großen Touri-Trubel. UNd eine spannende Nachtwanderung im Regenwald ist auch drin. Nur mal so ein Tip am Rande, wenn ihr nicht wissen solltet, was ihr noch anstellen könnt 😉
Also, bis dahin und lasst es euch gut gehen.
Rico
Hallo ihr lieben,
da ich ja bekanntermaßen gerne klugscheiße: Ihr seit in Kuranda gewesen nicht in Kapunda :).
Da habt ihr aber ne Menge durchgezogen in den drei Wochen, Wahnsinn. Nur mit dem Auto, da muss ich sagen, Respekt. Da wird es wohl eine Menge zu bequasseln geben, wenn ihr wieder da seid.
Genießt noch die Tage in vollem Umfang und habt einen guten Heimflug!
Schöne Grüße!
Klara, Bine & Rico
P.S.: Hirsch, hübsches Tripple Pack hast du da. Das australische Essen (Green Ants) scheint dir gut zu bekommen 😉